google reader
Google Reader's Takeout data export function works like if Dropbox decided to shut down and generously let me export a list of my filenames instead of the actual files.
yoga facepalm
Swami Satyananda's facepalm tutorial (1969)

couchphpdb
"Without prejudice, however with all the implied naivety, maybe even stupidity, yes, this is an attempt to build an Apache CouchDB implementation of yours truly document database in PHP and MySQL. Read again: This is not another PHP library to access CouchDB, it's a variant of CouchDB itself using PHP and MySQL under the hood."
grimmig
Der Spiegel über Grimms Märchen.
Faszinierend zu lesen, wie aus einer multikulturellen Sammlung von Geschichten rund um Gore, Splatter und die Abgründe der menschlichen Seele ein scheinbar kindertaugliches, moralisch bildendes Stück deutscher Identität wurde.
do not share this article
Instagram (=Facebook) blocks embedding into Twitter. Twitter deprecates RSS. Old School Media Companies don't like search engines to preview snippets of their content.
Seems like this communist hypertext thingy doesn't fit a capitalists wet dream so well after all.
Update: And remember, if you think things can't get worse, there's always room for some intensification: Seems like Twitter doesn't like linking to external sites:
https://twitter.com/design_related/statuses/5437136454
twitter: move along nothing to see here
wow. this is just crazy.
i once had a nice workflow: when reading the twitter stream via mobile (using the actual official twitter client) i often favourited tweets with links. i did that when i wanted to maybe read a longer blog post later or if reception was bad and i couldn't access the link. the favourites where hooked via RSS into google reader. that way i could visit the links later when i was on a desktop.
well, that was over when twitter had the glorious idea to switch off RSS support altogether. great idea guys.
now there exists this nice service called ifttt (if this then that) which uses social media apis and would allow a similar hook. well, seems, not anymore:
"September 27th we will be removing all Twitter Triggers, disabling your ability to push tweets to places like email, Evernote and Facebook." —
http://www.robertlender.info/blog/archives/3574-Twitter-und-IFTTT-oder-kurz-Autsch
what the H E double hockey sticks are they doing?
i actually never thought twitter would become the worse data silo than facebook.
Update: With Google shutting down Reader this posting just eat itself and drowned the sorrow with a bottle of good ol' Single Malt.
MCA
"I had all the ideas for Star Wars!"
Occupy Occupy
Teilweise gespannt, aber auch teilweise nicht ohne (zugegeben zynische) Belustigung beobachte ich momentan die Diskussionen rund um Occupy Austria. Derzeit sammle und ordne ich noch Gedanken.
- Franz Hörmann
schreibt heute - "Diese Bewegungen (also Occupy) besitzen (noch) keinerlei zentrale Struktur oder Programm, keine formale Mitgliedschaft und keine formelle Führungsstrukturen..."
Auch von weniger prominenten Zeitgenossen fallen mir Meldungen auf, die sich fragen, wie man die Occupy-Bewegung formalisieren kann (z.B. Vereinsgründung, Partei o.ä.). Auf der Occupy-Austria-Facebook-Seite wird gefordert, dass sich die Administratoren zu erkennen geben.
Spannend insofern, wenn man das mit #unibrennt vergleicht. Uni-Vertreter, Medien und Politik verlangten nach "Vertretern", nach Individuen für Gespräche. #unibrennt ist aber bewusst nur als gesichtsloses Kollektiv zu Interviews und Gesprächen angetreten. (vgl. dazu auch die hervorragenden Texte von
Jana Herwig und anderen, auch in Bezug auf #anonymous). (siehe auch unibrennt-querlesen)
Frei nach Deleuze sehe ich die Occupy-Bewegung durch die momentane Diskussion nicht in Gefahr, ganz im Gegenteil. Jeder Versuch der Formalisierung, der Vereinnahmung oder auch der Denunzierung führt zur Selbstentlarvung derer, die das tun.
Die inhärente Hierarchie einer Facebook-Seite entlarvt sie selbst als nicht geeignetes Kommunkations- und Organisationstool einer Graswurzelbewegung.
Die Presse entlarvt sich selbst, wenn sie von Occupy konkrete Forderungen einfordert, aber es nicht der Mühe wert findet, möglicherweise journalistisch recherchierend herauszufinden, ob es diese nicht eh gibt.
Herr Hörmann entlarvt sich selbst, wenn er eine neue Gesellschaftsform heraufbeschwören will, aber im selben Atemzug bzgl. Occupy von "zentraler Struktur", "formaler Mitgliedschaft" und "formellen Führungsstrukturen" redet.
Persönlich bin ich nicht der Meinung, dass es sinnvoll ist, sich mit einem bestehenden System zu arrangieren, um es von innen heraus zu verändern. Wenn man als Mensch (oder sei es als Hund) in ein Haifischbecken springt, wird man dadurch nicht selbst zum Hai.
Und zu guter Letzt: Entlarvend finde ich auch die Diskussion bzgl. Antisemitismus und rechte Vereinnahmung rund um Occupy und Franz Hörmann.
Im Prinzip ist eine späte, aber dann doch reflexartige Distanzierung vom Antisemitismus bei angelegtem medialen Fallstrick ein Zeichen von Unwissenheit, Naivität oder Kalkül. Unwissenheit und Naivität in dem Sinn, dass es am Bewußtsein für die Problematik fehlt und man sich ja nicht als Antisemit fühlt (vgl. z.b. "Ich bin bestimmt kein Rassist, aber ...").
Siehe auch: Was kommt noch?
Update:
Attac nimmt Stellung
Tirol Zensiert
Per E-Mail hat mich folgendes erreicht und ich bin fassungslos (aber überrascht hat es mich allerdings nicht)...
„Wahlen sind Betrug“ – Zensur durch die Tiroler Landesregierung
Am 21.11.2011 erhielt ich von TKI – Tiroler Kulturinitiativen / IG Kultur Tirol eine Förderzusage; im Rahmen einer vorbildlich transparenten Jurysitzung wurden sieben Projekte aus insgesamt 56 Einreichungen zur Förderung ausgewählt, darunter mein Plakatprojekt „Wahlen sind Betrug“. Die Plakate mit dem prägnanten Slogan „Wahlen sind Betrug“ sollen als Serie von Citylights oder auf großformatigen Plakatflächen über den Zeitraum von zwei Wochen in Innsbruck affichiert werden.
Der Slogan „Wahlen sind Betrug“ („Elections piège à cons”) wurde im Mai 1968 in Paris geprägt. Die deutsche Fassung dieses Slogans, der in einer spezifischen historischen Konstellation geprägt wurde, wird nun über eine Fotografie gesetzt, die Tiroler Alpen zeigt. Vergleichbare Bilder tauchen immer wieder im Hintergrund von Plakaten wahlwerbender Parteien in Österreich auf. In der Plakatserie „Wahlen sind Betrug“ fehlen allerdings die üblichen PolitikerInnenporträts und bilden eine Leerstelle. Anstelle sinnentleerter Wahlwerbung ist die nüchterne Aussage „Wahlen sind Betrug“ zu lesen.
Überraschenderweise wurde mir am 21.12.2011 von der Kulturabteilung der Tiroler Landesregierung per E-Mail mitgeteilt, dass mein Projekt „nach nochmaliger eingehender Prüfung der eingereichten Unterlagen sowie nach Rücksprache mit Frau Landesrätin Dr. Palfrader seitens des Landes Tirol nicht gefördert wird.“ Meiner Bitte nach einer Begründung dieser ungewöhnlichen Entscheidung, eine von einer Fachjury in einem mehrstündigen Prozess ausgewählte Arbeit nicht zu fördern, wurde bisher trotz mehrmaligen Nachfragens nicht entsprochen. Die einzige „Antwort“ war eine kurze E-Mail am 23.12.2011 von Frau Mag. Nagiller-Wöll von der Kulturabteilung der Tiroler Landesregierung, in der sie darauf verwies, dass sie die Gründe für die Ablehnung in einem Gespräch mit einer Vertreterin von TKI (Dr. Anita Moser) erläutert habe.
In diesem Gespräch erklärte Mag. Nagiller-Wöll, die Tiroler Landesregierung könne meine Arbeit nicht fördern, da der Text auf dem Plakat falsch wäre. Nicht Wahlen wären Betrug, sondern Wahlwerbung.
Die Tiroler Landesregierung maßt sich also an, eine von einer Fachjury in einer öffentlich vor Publikum abgehaltenen Sitzung als förderungswürdig befundene künstlerische Arbeit selber zu beurteilen, ohne scheinbar in der Lage zu sein, einer klar formulierten Projektbeschreibung inhaltlich folgen zu können.
In der Projektbeschreibung wurde folgendermaßen argumentiert:
„Walden Bello behauptet, die westliche Demokratie sei eine Idealsituation zur Sicherung der Fortdauer der Macht der Eliten; weil sie den Eliten erlaubt, ihre Dispute untereinander auszutragen, während sie gleichzeitig die Enteigneten, die Armen und die Arbeiterklasse aussperrt, obwohl sie ihnen seltsamerweise die Illusion vorgaukelt, sie hätten Anteil am Aufbau ihrer eigenen Zukunft und könnten am politischen Prozess mitwirken.* Wahlen mutieren im heute praktizierten System der repräsentativen Demokratie immer mehr zu sinnentleerten Ritualen, während die wirklichen Entscheidungen abseits öffentlicher Debatten von selbsternannten Politik- und Wirtschaftseliten, zunehmend im Rahmen internationaler Handelsorganisationen, der Weltbank oder transnationalen Staatenzusammenschlüssen wie der EU, gefällt werden.“
Die 5-köpfige Fachjury des TKI begründete ihre Entscheidung, „Wahlen sind Betrug“ zu fördern, mit folgenden Argumenten:
• Das Projektkonzept ist schlüssig und künstlerisch überzeugend; die für die Umsetzung geplante Bildsprache ist sehr gut gewählt. • Mit „einfachen“ Mitteln kann Diskussion entstehen und eine breite Aufmerksamkeit erreicht werden. • Gerade jetzt (und auch in Hinblick auf die Innsbrucker Gemeinderatswahlen im nächsten Jahr) ist ein solches künstlerisches Statement sehr wichtig.
Eine offizielle Begründung der Tiroler Landesregierung, sich über diese klar formulierte Juryentscheidung hinwegzusetzen, steht bisweilen aus.
Sie ist auch kein Einzelfall. Auch das in derselben Jurysitzung vom Fachbeirat des TKI ausgewählte Projekt „Alpenländische Studien“ von ritesinstitute, ein künstlerisches Forschungsprojekt zum Umgang des Landes Tirol mit seiner NS-Vergangenheit, fand vor den gestrengen Augen der Tiroler Landesregierung keine Gnade und wurde mit demselben Wortlaut wie mein Projekt abgelehnt.
Damit stellt sich die Tiroler Landesregierung gegen die verfassungsrechtlich garantierte Freiheit der Kunst und versucht zu bestimmen, was KünstlerInnen öffentlich zu sagen haben und was nicht. Für die Verhinderung politisch unliebsamer Arbeiten gibt es eine Bezeichnung: Zensur
Es ist den TirolerInnen zu wünschen, dass sie ihre reaktionären PolitikerInnen mitsamt dieses sie angeblich repräsentierenden Systems, in dem Wahlen nur mehr die Funktion der „Legitimation durch Verfahren“ (Niklas Luhmann) zukommt, möglichst bald in die Wüste der Bedeutungslosigkeit schicken.
Oliver Ressler, Künstler und Filmemacher, lebt in Wien.
*vgl. David McNeill in der 8-Kanal Videoinstallation „What Is Democracy?“ von Oliver Ressler, 2009
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