open source day tirol replik

Kurz Replik zum gestrigen Open Source Day in der Wirtschaftskammer Tirol.

Insgesamt spannend, weil ja die Veranstaltung selber von der WK ausging und eher den wirtschaftsgetriebenen Part von Open Source in den Vordergrund hob, während (und das ist jetzt eine unwissenschaftliche persönliche Beobachtung) ein Großteil des Publikums eher aus dem Umfeld Free Software / Communities / Studenten / Stallmanlookalikes zu kommen schien. Es stellte sich bald heraus, dass man zwar Gemeinsamkeiten im Microsoft-Bashing fand, dass es innerhalb der Anwesenden aber durchaus weite Gräben gab.

Gut und interessant war der Beitrag von Florian Schießl über das LiMux Projekt. Die Münchner scheinen mit ihrer Umstellung auf Open Source Produkte (v.a. OpenOffice und Linux-Desktop) erfolgreicher zu sein als die Wiener. Die Wiener haben sich scheinbar mit dem Entschluß, eine eigene Linux-Distribution zu machen, einfach übernommen. Die Münchner greifen auf Standard-Repositories wie eben OpenOffice und Debian zurück, erweitern das und patchen und geben dann auch mal was zurück. Wichtig: Hier geht es nicht (ausschließlich) um Kosten sondern um Nachhaltigkeit und Stärkung der Region im IT-Bereich.

Dann der Aufreger des Tages: Angekündigt wurde Dipl.-Ing. Wolfgang W. Wasserburger für die OpenStreetMap-Session. Wie sich herausstellte, ist der Herr in der Mapper-Community kein Unbekannter. Vor der Session möchte jemand im Namen der Community eine Art Referendum verlesen, wird aber gebeten, das im Rahmen der anschließenden Diskussion zu tun. Ein sichtlich nervöser Wasserburger startet also seinen Vortrag. Ich fand die Präsentation leider nicht sehr aufregend und bin mir nicht sicher, ob durch sie jemand für das Projekt begeistert werden könnte, der nicht schon vorher wusste, was OpenStreetMap ist. Da haben wir schon besseres gesehen.

Im Anschluss an den Vortrag das Verlesen des Statements. Es geht darum: Augenscheinlich sind bei einem immensen Datenimport veranlasst durch Herrn Wasserburger in OpenStreetMap einige Fehler passiert, die die Datenqualität ziemlich beeinträchtig haben und an denen die "Community" heute und man weiß nicht wie lange noch zu kauen haben. Wasserburgers Stellungnahme war dann eher abwehrend polemisch. Ich war nicht Teil der anschließenden Diskussion und kann nur hoffen, dass dabei wie von der Community vorgeschlagen die Differenzen ausgeräumt werden konnten.

Nach extensiver Kaffeepause dann Ralph Müller von der Eclipse Foundation. Er natürlich ein Vortragsprofi der gut wenn auch IMHO an der Grenze zum zu aufgesetzt sein. Der Vortrag kreiste amüsant um die Geschichte von Open Source und letztendlich Open Innovation, also wie sich Firmen wie IBM u.a. durch die Flucht nach vorne mit Open Source retten.

Insgesamt ein interessanter und spannender Nachmittag, nicht nur von den Themen her, sondern auch was die Dynamik während des Events anging.

Update: Siehe auch die Rückschau zum Open Source Day bei IT-Tirol (dort bloggt mein Chef).



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