Der Nationalstaat, ein Missverständnis

Nicht durch Grenzen abgekapselte "natürliche" Nationen lassen den Nationalstaat entstehen, die virtuelle Identität einer Nation entsteht erst durch die Errichtung des Nationalstaats.

Die Verknüpfung des Heimatbegriffs mit dem Nationalstaat verstärkt dieses Identitätsgefühl. Der zufällige Geburtsort innerhalb bestimmter Grenzen wird mit Bedeutung aufgeladen, mit einem Anrecht.

Daraus ergibt sich: Dem Nationalstaat ist der Rassismus zu eigen, er ist ihm eingeschrieben.

Wenn man den Nationalstaat pathologisch betrachtet, ist der Rassismus ein Krankheitssymptom, wie ein Ausschlag (vgl. Österreich u.v.a.). Alle Unabhängigkeitsbestrebungen einzelner vermeintlicher Nationen sind Wucherungen und Tumore (Kurdistan, Katalonien), die Grenzen späterer unabhängiger Staaten sind Narben (Balkan) oder heilen nie und bleiben offene Wunden (Gazastreifen). Jeder Staatenbund ist eine Eiterbeule, die ihren Einfluss krankhaft ausstrahlt (USA). Früher oder später platzt sie und implodiert (UdSSR) oder wird nekrotisch (EU). Terrororganisationen sind die Metastasen des nationalstaatlichen Systems (IS, Taliban); Geheimdienste, Einschränkung der Bürgerrechte und lückenlose Überwachung die Chemotherapie. Der Therapieerfolg ist umstritten. Nebenbei sei die Austerität als alternative Heilmethode ohne jede wissenschaftliche Grundlage erwähnt.

Krebs gilt als kaum heilbar. Bleibt der Postnationalismus eine Utopie?

Und um bei der Metapher zu bleiben: Migration ist der natürliche Blutkreislauf des Menschheits-Körpers.

Bildquelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Ovarian_cancer und https://www.pinterest.com/pin/573223858792326288/



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