Aus aktuellem Anlass unterbrechen wir unser Programm für eine wichtige Durchsage.
Pflichtfilm.
Aus aktuellem Anlass unterbrechen wir unser Programm für eine wichtige Durchsage.
Pflichtfilm.
Sieht so aus als werden wir jetzt ein Ottakringerstraßeblog. Bald eine Woche her, denke ich noch an den Abend auf den Straßen nach dem Fußballspiel Ottakringerstraße gegen Brunnenmarkt.
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Helge schreibt vom vorbildlichen und deeskalierenden Verhalten der Polizei. Dem will ich mich nur bedingt anschließen. An den Tagen davor hielt sich das Großaufgebot sehr im Hintergrund, unter die Leute mischten sich nur embedded policemen in Halbzivil. Anders am letzten Freitag. Eine Robocopbarrikade verriegelte die Kreuzung Ottakringerstraße/Veronikagasse. Ich weiß leider nicht genau, ab wann sie das machten. Hätte das gerne von anfang an gesehen, dann hätte es für mich vielleicht ein verständlicheres Bild abgegeben.
Ich bin ca. 15 Minuten nach dem Spiel vom Yppenplatz über die Yppengasse in die Ottakringerstraße. Dort herrschte Trauerstimmung. Auf der Straße waren nicht mehr wirklich viele Leute. Die meisten waren in Lokalen und tranken das obligatorische Frustbier. Nur direkt an der Polizeisperre Ecke Veronikagasse war mehr los. Zwischen Polizei und Fans fand praktisch keine sichtbare Kommunikation statt. Fans und Schaulustige filmen die Polizei, Polizei filmt Fans und Schaulustige. Ein paar Kroaten plärren Naziparolen. Irgendwann beschließt die Polizei den Keil zu vergrößern und riegelt die Kreuzung ab, so dass man nicht mehr ums Eck zur türkischen Seite sieht. Wenn ich mich recht erinnere, fliegen erst da die ersten Flaschen (auf die Polizei, nicht auf türkische Fans). Erst später eine Straße weiter bewerfen sich kurz beide Seiten. Nur einmal sehe ich ca. 30 Robocops aus der Mauer ausrücken die zusammen eine Person festnehmen. Ansonsten steht die Mauer still.
Dazwischen kehre ich Ecke Bergsteiggasse ein. Esse eine ziemliche gute Pljeskavica. Im Lokal ist man traurig, aber nicht trostlos. Die Chefin sprüht vor Energie. Irgendwann setzen sich zu mir zwei Berliner Lesben und erzählen von Kreuzberg. Obwohl vorher nur zwanzig Meter weiter, bekommt man hier absolut nichts von draussen mit. Nach zwei Heinecken gehe ich wieder.
Draussen steht weiterhin die Polizeimauer und überlässt die Leute sich selbst. Die Flaschenwerfer ignoriert man gekonnt. Nur als ich zum Fotografieren auf eine Telefonzelle klettern will, pfeift man mich scharf zurück.
Einen Polizisten höre ich noch eine halbe Stunde sagen. Dann geht die Polizeimauer auf. Nix passiert. Vorbei. Jeder geht seiner Dinge. Kein Kroate stürmt ob der plötzlich offenen Straße in Richtung Brunnenmarkt. Ich gehe und schaue den türkischen Fans noch beim Tanzen zu.
Ich habe wenig Erfahrung mit großem Polizeiaufgebot z.B. bei Demonstrationen. Und ich bin fürwahr kein Experte für Konfliktmanagement bei Großveranstaltungen. Aber man macht sich so seine Gedanken. Ich glaube schon, dass der zwar lebende, aber stumme Polizistenkeil zwischen den Fans die Leute eher aufstachelt. Natürlich ist das Spekulation, aber meine Vermutung ist, dass ohne Sperre weniger Flaschen geflogen wären. Die Aggression hat sich hauptsächlich gegen die Polizei gerichtet.
Ich bin der Meinung, dass man das anders hätte regeln können.
via chepedaja
Erst untersuchte die Wissenschaftlerin Corinna Rückert, was Frauen an Pornos mögen. Dann drehte sie selber einen.
...
Nach Rückerts Definition werden in Pornos vielmehr sexuelle Fantasien ins Bild gesetzt. Das mache die Filme selbst dann harmlos, wenn die Fantasien von Gewalt und Unterwerfung handeln. »Sexuelle Fantasien sind eben nicht politisch korrekt. Die im eigenen Kopf genauso wenig wie die auf der Leinwand.«
Das klingt zwar nett. Aber wieder bin ich der Meinung, dass bei diesen Gedankengängen etwas fehlt. Sind demnach auch Lenis Filme harmlos, wenn ihre Fantasien vom perfekten Körper handeln? Eine auf den Film per se reduzierte Interpretation ist nicht meins. Ende der Diskussion.
Gestern im Tapasta herrliche Paella gegessen. Und bei der Gelegenheit muss ich gleich die neuen Tupalo-Widgets ausprobieren.
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So schön langsam hat sich das jetzt herumgesprochen, dass es da anscheinend was Beobachtenswertes gibt. Im 16ten nämlich. Wie man jetzt weiß, wird in der Ottakringerstraße ("Wiens gefährlichste Straße", weiß heute) nämlich nicht nur geschossen, sondern auch ordentlich gefeiert. Auf Bierbänken wird palettenweise billiges Bier und andere Saftln verkauft, der Beamer auf der Telefonzelle wird von einem Dieselaggregat betrieben. Nur die alte Eisverkäuferin jammert ein bisserl, weil sie trotz der vielen Leute weniger verkauft als sonst. Wie's denn wohl den Eisverkäufern in anderen Straßen geht, fragt sie. Die Lokale am Yppenplatz haben derweil die Gäste schon heimgeschickt, weil täglich um elf der Gastgarten dicht sein muss, sonst gibt es Probleme mit den Anrainern. Während's der Kellner sagt, steigen ein Haus weiter in der Ottakringerstraße die ersten Feuerwerksraketen auf, eine Schlange aus hupenden Autos schiebt sich vorbei und ein Einsatzhubschrauber der Polizei schraubt lauthals tief über den Häusern. Soll heißen den Dieselaggregat hört man inzwischen nicht mehr und fragt sich, wo der Beamer seinen Strom her hat.
Seit gestern haben auch die Medien Wind von der Balkanmeile bekommen. Am Yppenplatz steht rt1.tv mit zwei Übertragungswagen und hat eine Kabelautobahn ins Kent verlegt. Der ORF hat ein paar einsame wackere Reporterritter von der Küniglburg aus hergeschickt. Um Mitternacht sind vorm Kent endlich alle Scheinwerfer so weit und ein Interview kann beginnen. Etwas unbeholfen wirkt das ganze. Weil sonst ist man ja nicht unbedingt in dieser Gegend. Könnte ja gefährlich werden. Ein paar Tage vorher hat man sich ja noch nicht selber hergetraut und als erstes nach Schlußpfiff des Türkei-Spiels nicht über Fussball gesprochen, sondern auf sicherem Gebiet vor dem Rathaus einen Polizisten im Interview gefragt, ob man sich jetzt denn auf dem Heimweg fürchten muss.
Jetzt hat man sich vorgewagt und ist auf der Suche nach dem Geist der Ottakringerstraße. Was ist das Besondere hier? Eigentlich nix. Und das macht es schon wieder zu etwas Besonderem. Wenn der Wirt vom Café International eigenhändig einen besoffenen Bobo aus dem Lokal schmeisst. Wenn die Motorradmechaniker zwischen Dharamsala und Noi über die Tschuschen schimpfen. Wenn dich der Typ vorm Admiral zuerst um zwei und dann um zwanzig Euro anpumpt. Wenn die Maurer beim McDonald's Thaliastraße frühstücken gehen. Wenn du einen Gasanzünder kaufst, der wie eine Winchester aussieht. Wenn du im Café Mis abwechselnd Kaffee und Bier trinkst, um rauf und runter zu kommen. Wenn dich Freunde vom Land anrufen, ob's dir eh gut geht, weil in der Ottakringerstraße jemand erschossen worden ist. Wenn Besoffene in ein thailändisches Lebensmittelgeschäft einfallen und sich über zu viele verschiedene Sorten Sojasauce lustig machen. Wenn zur Nationalratswahl plötzlich die alteing'sessenen Wiener im Steierjanker ausreiten. Wenn es nach Fisch, Brunze, Hundescheiße, Bierbrauerei und verbrannten Waffeln gleichzeitig riecht. Wenn du Jesus von Ottakring schaust und dir denkst, dass sich eh nichts verändert hat. Wenn du in der Videothek plötzlich vor einem Fleischregal stehst. Wenn dir der Hausmeister sagt, dass du nicht in den Keller darfst, weil der früher zu einer Metzgerei gehört hat und da besser niemand runter geht. Wenn das Haus nebenan brennt. Wenn die Punks gegenüber einziehen. Wenn die Bäckerei nie zusperrt. Wenn sich dir auf der Steinbruchwiese ein von der Stadt Wien bezahlter Grillmeister vorstellt. Wenn das Kent nicht mehr dein Lieblingstürke ist.
Und so weiter...
Wir sehen uns heute abend.
"So why has Obama chosen this moment, when all illusions of a consensus have dropped away, to go Chicago retro?"
Versuche schon länger bzgl. des Grazer Politcamps zu reflektieren, komme aber nicht richtig dazu und brauchbare Gedanken wollen nicht so richtig reifen. Derweil ist ja schon einiges gesagt worden.
Spannend fand ich die Diskussion nach Keith Andrews' Session zu Democratisation of Data (Slides), ein Thema, dass mich auch in Zusammenhang mit meiner Arbeit beschäftigt. Interessant war, festzustellen, wie schnell Ängste aus einer Unwissenheit heraus zu Ressentiments führen. Demokratisierung von Daten ist nicht gleichbedeutend mit dem gläsernen Menschen. Es geht dabei ganz und gar nicht um ein planloses veröffentlichen personenspezifischer Daten. Einerseits geht es darum, den Zugriff zu ohnehin freien Daten zu erleichtern bzw. erst zu ermöglichen (siehe GapMinder). Andererseits darum, die Rahmenbedingen zu definieren, was mit Daten geschieht, die der Staat erzeugt.
Ein Beispiel dafür sind GIS-Daten, deren Erstellung in Österreich mit Steuergeldern finanziert wird, die man aber anschließend wenn überhaupt nur für teures Geld erstehen kann (Ich werde ungenau, ich versuche das Beispiel noch genauer zu recherchieren). Anders in den USA, hier sind staatliche Daten public domain, siehe z.B. NASA World Wind, ein Open-Source-Projekt, das u.a. den Zugriff auf GIS-Daten der NASA erlaubt.
Ich werde noch weiterschreiben...
Update: UK's Show Us A Better Way.
Owner: Walter Last edited on July 9, 2008 9:37 by Walter / Views: 2921